Vorurteile, halleluja

Ohne Religion ist Memphis nicht vorstellbar. Schließlich liegt die Stadt im Süden und ist Teil des Bible Belts, also einer Region, in der Religion ein sehr wichtiger Bestandteil der Kultur ist. Das sieht man schlicht auf den ersten Blick daran, dass an jeder Straßenecke eine Kirche steht. Aber der Südstaatler ist nicht einfach nur evangelisch oder katholisch, sondern Baptist, episkopal, Methodist, presbyterianisch oder hängt dem Kongregationalismus an. Da gibt es Unterschiede, verstanden habe ich sie nicht ganz -aber die Hauptsache ist, sie glauben alle an Gott. Und dann gibt es da noch die Scientologen. Auch an den Anblick dieser Kirchen gewöhnt man sich, bestimmt, irgendwann, oder auch nicht.

Weil man ja aufgeschlossen gegenüber anderen Kulturen und offen für alles ist, wollte ich unbedingt einen amerikanischen Gottesdienst erleben. Und weil es sich gerade anbeboten hat, habe ich gleich das volle Programm gebucht und bin Ostersonntag in die St John’s Episcopal Church. Gelaufen. Es war sehr früh. Und ich kam gerade rechtzeitig zu den letzten Glockenschlägen. Der Pfarrer hat mich trotzdem erwischt und mich sehr nett per Handschlag persönlich begrüßt.
Ich wusste tatsächlich nicht, was mich erwartet. Ich verbrachte schließlich die nächsten zwei Stunden in einer steifen Versammlung weißer Menschen in spießiger Sonntagkleidung, mit Kindern wie die Orgelpfeifen in karierter Hemd und Anzug-Uniform mit anständig gescheiteltem Bürstenschnitt und dem „was tue ich hier, Mama, ich möchte lieber Computer spielen“-Blick. Wären die Wände nicht so religiös bemalt gewesen, eine Vollversammlung der örtlichen Tea-Party stelle ich mir, vorurteilsbehaftet und engstirnig wie ich bin, fast genauso vor.

Natürlich geht nicht jeder Memphianer in die Kirche. Doch ganz ohne eine Religion kann keiner. Bisweilen ist Basketball die (Ersatz)religion und das FedEx-Forum als Austragungsort der Spiele so etwas wie das alternative Gotteshaus. Und ebenso wie man zu einem Basketballspiel in den Vereinsfarben und mit Fan-Trikots geht, sollte man sich eben auch zum Kirchenbesuch angemessen kleiden……

Erfahren konnte ich das wenige Wochen später. Denn ich wollte mehr. Und ein Kontrastprogramm: Gospelgottestdienst. Ein befreundeter Musiker spielt nicht nur atemberaubenden Soul und Blues, sondern verdient auch allsonntäglich nicht schlechtes Geld beim Trompeten während eines Gottesdienstes. Nach ein paar Wochen im fernöstlichen China ohne allzu großartigen Kulturschock dachte ich schon, dass mich in Amerika, woher wir Coca-Cola, Charts und Werte übernehmen, keine kulturellen Hürden überraschen oder Unterschiede groß in Verlegenheit bringen würden. Eigentlich.

Es begann mit meinem Outfit. Ich musste nach Hause und mich umziehen, als Vorgaben fielen Beschreibungen wie züchtig, lang, anständig. Bedenkt man, dass ich auch sonst nicht wie das leichteste Flittchen herumlaufe, merkt man, wie hoch meine Kleiderauswahl für diesen Kirchenbesuch auf der Anständigkeitsskala liegen sollte.
Also kramte ich in meinem Kleiderschrank und stelle etwas zusammen, was meiner Vorstellung von einem spießigen, langweiligen, spröden Grundschullehrerinnen-Outfit am nächsten kam. Meine Auswahl wurde mit einem trockenen „Mh, du wirst trotzdem ein paar komische Blicke ernten.“ quittiert. (Lag es an dem Outfit oder an meinem Blick, der verriet, wie unwohl ich mich fühlte?)
Die Autofahrt wurde für ein Knigge-Briefing genutzt: Wir gehen, sobald der erste Teil vorbei ist. Wenn dich jemand fragt, sagst du selbstverständlich, dass du jeden Sonntag in die Kirche gehst. Wir haben noch eine halbe Stunde, aber du kommst mit rein, ich will wissen, wo du sitzt.
Ich konnte dann aushandeln, noch eine Viertelstunde im Auto sitzen bleiben zu dürfen, um dann in der halbvollen Kirche unterzutauchen. Leider habe ich nicht bedacht, dass auch auf einem sich füllenden Kirchenparkplatz ganz früh am Sonntagmorgen die schrillende Alarmanlage losheult, sobald man ein abgeschlossenes Auto verlässt…..

Am Eingang wurde ich dann von einer sehr netten Dame gefragt, ob ich die Zeit bis zum Gottesdienst nicht dafür nutzen wolle, in die Sonntagsschule zu gehen. Ich konnte eine Ausrede stottern, vom befreundeten Trompeter in bester Geheimagentenmanier ein wir-sehen-uns-das-erste-Mal-Nicken abholen und dann einer der hinteren Reihen Platz nehmen und in meiner schwarzen Jeans und dem weißen Rüschen-Oberteil ganz klein werden beim Anblick der schönsten, buntesten, fantastischsten Sonntagskleider mit passenden stilvollen Hüten getragen von eleganten Damen und Südstaaten-Mamas und Herren in maßgeschneiderten Anzügen. Entgegen mancher Befürchtung wurde ich von allen Seiten mit freundlichen Blicken und offenen Lächeln begrüßt. Aufgefallen bin ich trotzdem. Dafür war der Gottestdienst großartig. Ein Halleluja folgte dem nächsten, Menschen standen auf, der Gospelchor jauchzte die schmissigsten Kirchenlieder, der Pfarrer predigte stimmungsvolle Sätze und seine Gemeinde antwortete ihm mit Amen, Halleluja oder Praise the Lord. Kaum einem hielt es auf den Sitzen, es wurde gelacht, kommentiert, wehgeklagt und getanzt. Großartig.

Tatsächlich ist Kirche und Religion sehr wichtig in Memphis, auch unter den jüngeren Leuten. Dazu gibt es dann auch die passenden T-Shirts. Zu kaufen an der Tankstelle um die Ecke, gesehen auf dem Weg zur Lesung der Vagina Monologues. God bless America.

….. and who´s driving?

Falls sich jemand gefragt hat, wie während unseres roadtrips die Fotos, die aus dem Auto heraus geschossen wurden, entstanden sind, hier die Auflösung:

Bild 

Gefahren ist zu diesen Zeitpunkten natürlich auch jemand. Der Tempomat. Mithilfe der Automatikschaltung. Auf schnurgeraden Straßen.

Besser, als ´nen Hund als Fahrer zu haben:Bild

  Und weil es manchmal keiner glauben kann, hier das Beweisfoto vom Tag der Auto-Rückgabe:

Bild

Die Meilen-Angabe hat drei Mal die Tausender-Marke übersprungen. Bedenkt man, dass Memphis nur 4800 Meilen, also 7700 Kilometer, von Würzburg entfernt liegt, hätte man auch mal schnell nach Hause fahren können.

I´m from Bavaria, that´s near Germany

In jedem Land das Gleiche…. bei der Frage (ist sie auch noch so ehrlich interessiert gemeint): „Wo genau aus Deutschland kommst du denn her?“ ahne ich bereits, dass meine Antwort nicht wirklich Klarheit bringen wird.

Jetzt kann ich wenigstens wahrheitsgemäß erwidern: aus der „Nähe von Frankfurt; du weißt schon, die Stadt mit dem Flughafen“. Reaktionen auf diese zugegebenermaßen ungefähre Antwort bergen dabei gelegentliche Überraschungen, wie zum Beispiel: „Oh ja, kenne ich, ich habe sechs Jahre in Wiesbaden gewohnt.“ – „Na, dann. Ich studiere in Mainz.“ – „Schön.“ – „Das heißt du kannst deutsch, wenn du da sechs Jahre gewohnt hast?“ – „Nö. Mein Vater war bei der Army und ich war kaum ´draußen´, sondern hauptsächlich in der Kaserne und hatte nur was mit Amerikanern zu tun.“

Ein weiteres Problem stellt dann bisweilen mein Name dar. M A N O N. Kann doch eigentlich nicht so schwer sein. Trotzdem kommen die unschönsten Verunstaltungen raus, wenn Amerikaner oder gar Südstaatler daran versuchen. Wahre Freunde lassen sich daran messen, dass sie es sich nicht verzeihen würden, ausländische Namen falsch auszusprechen und auch nach mehrmaligem Wiederholen und Üben nicht überdrüssig werden und es dann tatsächlich schaffen, meinen Namen und besonders das A korrekt auszusprechen. Da das aber definitiv zu viel Aufwand wäre, nur um bei Starbucks einen Kaffee zu bekommen, bei dessen Bestellung unbedingt ein Name auf den Becher geschrieben werden muss, heiße ich dort einfach ´Mary´. Die entsetzten Blicke derer, die sich regelmäßig die Zungen verbiegen, um das A sanft auszusprechen, beantworte ich in solchen Situationen mit einem: „What´s wrong? That´s my Starbucks synonym.“

Um Amerikanern zu veranschaulichen, wo ich geboren wurde, springe ich auch schon mal über meinen Schatten und behaupte, Bayern sei mein Heimatbundesland. Nach einem Dutzend verwirrter Blicke und ratlosem Schulterzucken, habe ich bei der x-ten Frage einfach ein „Rate doch mal“ zwischen Fragendem und meiner Auskunft gestellt – und war kurz sprachlos bei der Antwort: „Deinem Akzent nach kommst du aus Deutschland. Irgendwo aus dem Süden dort. Vielleicht sogar Nürnberg.“ Bäm. Nicht nur, dass dieser Kerl unverschämterweise behauptet, ich hätte einen Akzent – sogar im Englischen – er hat ihn auch noch als süddeutschen lokalisiert. Das er Nürnberg geraten hat, grenzte an hellseherische Kräfte und flößte mir fast Respekt vor dem FBI und dessen Spionen ein – bis er erklärte, dass er mal ein deutsches Au-Pair hatte, die eben aus Nürnberg kam.

Solche und ähnliche Begegnungen zaubern mir ein ums andere Mal ein Lächeln auf das Gesicht: Amerikaner sind ja ganz nett, aber manche sind netter: sie akzeptieren meinen Akzent und behaupten, ihn zu „lieben“. In solchen Situationen nehme ich die amerikanische Oberflächlichkeit nur zu gerne hin und stelle sie nicht in Frage. Eine Antwort bei unserer Umfrage unter Studenten, was ihnen denn zum Thema Europa einfalle, war dann auch ein knappes: „accents“ – aber immerhin garniert mit einem schelmischen Grinsen.

Auch nett war der moderierende Gründer einer lokalen Rock´n´Roll-Internetradiostation, dessen gesamte Crew mit blankem Unverständnis darauf reagiert hat, dass man in Deutschland mit einem Dialekt beim Radio keine Chance habe – um dann fünf Minuten später unter meinem bewundernen Seufzer mit seinem perfekten, sonoren Radio-Tempre ins Mikro zu fluchen, live on air zu rauchen und die Eiswürfel im Whiskey-Glas klappern zu lassen.

Bei Sportinteressierten, also einem Großteil der Studenten, habe ich einen Trumpf im Heimatärmel: „Ich komme aus der gleichen Stadt wie Dirk Nowitzki.“ Dann wissen sie vielleicht nicht, wo genau dieses Würzburg liegt, aber es klingt cool und kommt prima an. Schließlich ist dieser „Nositzki“ oder auch mal „Noweitzkey“ ein echter Star fern seiner, unserer Heimat. So soll ich dem Großen aus Würzburg auch ausrichten, „he kicks ass“, wenn ich ihn das nächste Mal sehe. Klar.

Weitere Deutsche sind in Amerika nicht wirklich bekannt. Im Gegenzug wurde schon mehrmals David Hasselhoff eine deutsche Staatsbürgerschaft zugeschoben. Das weise ich aber immer empört von mir. Alles müssen wir uns ja auch nicht gefallen lassen.

Way end-Notizen

Zwei Wochen on the road. Da begannen die vier Räder des weißen Japaners namens Altima, Nissan Altima, meine zwei Beine zu ersetzen.
Dazu muss man wissen, dass man in Memphis wie in weiten Teilen der (Süd)staaten ohne Auto tatsächlich ziemlich verloren ist. So haben auch 99% der Studenten ein Auto, auch wenn dadurch die Schulden, die sich durch die absurd hohen Studiengebühren auftürmen, noch mehr steigen.
Also ist man als autolose Austauschstudentin auch auf seine netten Freunde mit Auto angewiesen, wenn´s mal ein Großeinkauf sein soll, die Innenstadt ruft oder man einfach mal raus und weg möchte vom Campus.
Dann verschieben sich schon mal die Maßstäbe und diese drei magischen Worte, die frau hören möchte, sind auf einmal ….. „Need a ride?“ – während der weiße SUV-Schlitten vorfährt, um dich dem Supermarkt entgegen zu fahren.

Als wir dann endlich selbst ein Auto hatten, habe ich das Lenkrad kaum mehr losgelassen. Nicht verwunderlich, dass dann solche Dialoge entstehen könnten:
„Kaffee!?!“
– „Okay.“
– „Lass uns zu Starbucks fahren.“
– „Kay.“
– „In den Drive-thru!“
– „Warum??“
– „Weil wir´s können.“

„Toilette?“
– „Ja. Da um die Ecke ist eine.“
– „Alles klar, steig ein.“
– „Wie, willst du fahren?“
– „Ja. Hallo? Willst du etwa bis um da um die Ecke laufen? Das sind mindestens 50 Meter.“

Traumstadt SFO

2 Wochen, 3 232 Meilen (5 201 km), 81 Stunden reine Fahrtzeit. Klingt vielleicht verrückt, ist aber wahnsinnig toll.

Und das tollste Ende kam da erst noch: San Francisco. Davor stand aber noch der Trennungsschmerz von unserem Nissan Altima und die Aufgabe, einen Kofferraum, eine Rückbank alias Kleiderschrank und diverse andere Versteck- und Verstaumöglichkeiten so zu dezimieren, dass all die Sachen in einem Koffer und der ein oder anderen Tasche Platz hat.

San Francisco hat es uns dann auch nicht leicht gemacht, sondern uns mit Regenprasseln begrüßt. Sich davon allerdings die Spaß am cable car fahren verderben zu lassen, kommt natürlich nicht in Frage.

Bevor wir am nächsten Nachmittag einen kleinen Hagelschauer und die erstaunten Gesichter der Einheimischen ob dieses Wetterspektakels erleben konnten, ging es auf drei Walking Tours, die erste führte uns durch Chinatown.Alles in Langzeichen, schließlich kamen die Chinesen früh, um an der Ost-West-Eisenbahnlinie mit zu bauen – und sind geblieben.
Deshalb ist auch die Flagge der Republik China/Taiwan sehr verbreitet. Als fortschrittlicher Schritt wird jede neue Fahne der Volksrepublik angesehen.

Und weil Chinatown nun mal eine Miniversion von China/Taiwan ist, erzählt man sich die aufregendsten Geschichten von Triaden, die hier das Viertel kontrolliert haben, mitsamt Opium und Bandenkriegen. Und weil Chinatown bis in die 70er Jahre nicht wirklich unter der Jurisdiktion der Stadt stand, ließ es sich hier als reicher Bürger von San Francisco ganz gut und bunt treiben. Jungs an der Straßenecke pfiffen, sobald sich doch mal ein Polizist in die Gegend verirrte. Es tauchen auch heute noch Geheimgänge auf, durch die ein Mann bequem und aufrecht und vorallem unbeobachtet gehen kann. Dort, wo heute ein 98cent-Laden lungert, sollen sich schon die Beatles vergnügt haben. Nachdem Chinatown in Form einer ach so typischen, irgendwie wohlbekannten, über den Tisch-ziehenden Chinesin bewiesen hat, dass es wirklich wie China ist, rief das Italienische Viertel. Der Übergang wird wohl nirgends so schön illustriert wie an diesem Haus, dessen eine Fassade chinesisch angemalt ist, während die Wand ums Eck von italienischen Bildchen geschmückt wird. Hier im obersten Stock haben Francis Ford und Sofia Coppola ihre Büroräume.Wohingehend Coppola hier das Drehbuch zum Paten geschrieben hat.

Und hier soll sich Sean Penn öfters mal die Ehre geben. Falls es noch jemanden gibt, der bis jetzt noch nicht von der Fantastischheit dieser Stadt gefangen ist – es gibt auch was zum Spielen für die Jungs.The Stinking Rose – der Slogan „We serve our garlic with food“ sagt wohl schon alles…. SF du wirst doch nicht etwa unsymphatisch werden…..Puh, gerade noch die Kurve bekommen. Apropos – Lombard Street.Die wohl am meisten gewundene Straße der Welt. Hauptsächlich befahren von Touristen in ihre Mietwagen, wenn man Glück hat gerade von einer indischen Familie, die das Sträßchen lautstark mit Bollywood-Klängen beschallt. 

Und die Straßen sind tatsächlich steil:

Gemütlich lässt es sich in der Sonne an den Piers abhängen.

Aber besser ist da schon dieser Ausblick auf die Stadt von der….Golden Gate Bridge aus

Im Hippie-Viertel Haight-Ashbury.cable car – weils einfach toll ist

Alcatraz – berühmt berüchtigte Gefängnisinsel „The Rock“ und zeitweise Al Capone´s zuhause.

1969 besetzten dann indianische Ureinwohner die Insel, um für ihre Recht zu demonstrieren und das Stück Land zurück zu erobern – für sie wäre es ein wichtiges Symbol gewesen, „The Rock“ in indianischer Hand zu wissen und diesen Blick den einfahrenden internationalen Schiffen zu bieten.

Gefängniszelle Da ist es hier doch viel schöner. Die Painted Ladies am Alamo Square: Auf zahllosen Postkarten verweigt, leben in den Häusern tatsächlich Menschen – hinter öfters mal zugezogenen Vorhängen.

Wo geht´s denn hier bitte zum Glamour?

Los Angeles – die Weltstadt der Stars und des Glamours. Sagt man. Wer hat dieses Gerücht eigentlich in die Welt gesetzt und warum verbreitet es jedes Klatschmagazin stündlich weiter? Kommt man nämlich an in der Stadt, wirkt sie wie jede andere 08/15USStadt.

Alle Hoffnungen werden auf den Hollywood-Boulevard gesetzt. Allein der Name verspricht doch schon Brad Pitt an einer Ecke und George Clooney an der Kasse vom Supermarkt.

Denkste – Borat thront zwar provozierend über der Straßenkreuzung:

und auf dem Bürgersteig sind mehr oder weniger bekannte Namen in Sterne gefasst. Das war´s auch schon.

Und dann, vor dem Grauman´s Chinese Theatre quetschen sich Betonplatten, in die Promis getatscht haben, bevor der Beton fest geworden ist.

…. wahrscheinlich nur deswegen, damit Touristen einfallslose Klischeefotos machen können.Aber dann schließlich, in dieser Einkaufspassage, durch die die bekannten Menschen mit langen Kleidern und Anzügen laufen, um sich den Oscar abzuholen, hat sich doch noch ein Star die Ehre gegeben. Paparazzo-Optik des Schnappschusses ist selbstverständlich gewollt.

Richtig schöne Ecken gibt es aber auch. Venice Beach zum Beispiel.

Und die künstlich angelegten Kanäle. Was für eine phantastische Wohngegend samt Bötchenanlegestelle.


Impressionen aus downtown: 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Aber – sind wir mal ehrlich – kann keine Stadt nicht toll sein, wenn sie ein Chinatown hat:
mit chinesischen Tempelstyle-Drive-Thru-Banken:
und natürlich pockennarbigen Alten und ihrem Tofu:
 
Der Ausblick zum Abschied darf natürlich nicht fehlen:

Wayside-Notizen II: Where you lead ….

…. I will follow you.

So, jetzt alle mal so tun, als kennen wir dieses Lied nicht:
http://www.youtube.com/watch?v=pqZe16Q4fg8

Out of Memphis, über den Mississippi und rein nach Arkansas – alles passierte auf dieser Brücke.

Begegnung am Grand Canyon – überraschend auf dieser Seite der Windschutzscheibe, keineswegs Grund zur Aufregung jenseits der Autoscheibe.

Furchtlos am Grand Canyon-Abhang.

Spuren im Sand – barfuß am Leo Carillo National Beach.

Abgedreht im Death Valley – auf Einbahnstraßen, wenn sie wirklich Sinn machen.

Albuquerque im Rückspiegel, Petrified Forest im Blick.

Rush-Hour im Nirgendwo zwischen Petrified Forest und Flagstaff.

Im Petrified Forest – immer wieder die Faszination Bahngleise und das Phantasieren, wohin sie wohl führen mögen. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie tatsächlich nach Memphis führen und dort mehrmals täglich für eine Ausrede herhalten müssen, wenn Studenten zu spät zum Unterricht kommen.

Einst Symbol der Freiheit, Abenteuerlust und Aufbruchstimmung, jetzt markieren ein paar spargelige Strommasten ihren historischen Verlauf: Route 66.

Noch am Grand Canyon – bald schon in Las Vegas.

Hinter dem Berg links und noch ein paar Meilen – da glitzert Las Vegas.

Red Rock – die Abenteuerroute.

Der Weg raus aus Death Valley.

Angels Flight in Los Angeles downtown – für 25cent, das stimmt das Preis-Höhenmeter-Verhältnis.

Kalifornisches Traumwetter in Santa Barbara.

Wolkenschwaden am Big Sur – Pacific Highway 101 von Los Angeles nach San Francisco immer haarscharf an der Klippe entlang (die man hätte sehen können, wäre der Nebel nicht auf Nasenspitzenhöhe festgehangen).

Auf den letzten Metern nach San Francisco – ich kann nicht behaupten, MiSch und MiMei hätten mich nicht gewarnt beziehungsweise das Wetter leider nicht hellseherisch vorauspessimisiert.

Es bleibt dabei: die schönste Fortbewegungsmethode – Cable Car.